Schon sind Andy und ich die erste Woche zu Hause, die Tage fliegen nur so dahin. Für Andy kehrt bereits wieder der Alltag ein, die Nachkontrollen finden für ihn wieder bei seinem Hausarzt statt und Mobilität und Selbstständigkeit werden täglich besser.

Für mich stehen noch umfangreiche Nachbetreuungen in der Insel an. So pilgern Rosmarie und ich jeden Morgen in die Insel, damit ich Blut abnehmen lassen kann und Angaben zu Ausscheidung, Gewicht, Temperatur, Blutdruck, Puls abgeben kann. Auf Grund dieser Daten wird die tägliche Medikamentendosierung laufend der Situation angepasst. Jeden zweiten Tag ist Sprechstunde in der die aktuelle Situation eingehend besprochen wird, gleichzeitig werden die Verbände überprüft – so bin ich rundum überwacht, eine wichtige Massnahme um Komplikationen rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Der Monat Mai wird somit recht intensiv; schön ist, dass ich mich danach zu Hause erholen kann.

Eine Frage ist hier bei Bloglesenden aufgetaucht: Was geschieht eigentlich mit meinen „alten“ Nieren? Die bleiben in meinem Körper unverändert wo sie immer waren. Sie erfüllen noch einige Funktionen, wenn auch stark reduziert. Solange sie nicht negativ auffallen bleiben sie jedenfalls „drin“. Die neue Niere ist im Bauchbereich, vorne links eingepflanzt, geschützt durch die Beckenknochen und an die grossen Blutgefässe sowie über einen eigenen Harnleiter an die Blase angeschlossen.

Illustration aus der Informationsbroschüre für Patienten und Angehörige "Nierentransplantation" des Inselspitals Bern
© Inselspital Universitätsspital Bern