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So langsam aber sicher geht das Leben wieder in normalen Bahnen. Nach der Aufregung der letzten Woche konnte Peter am Montagabend die Insel verlassen. Jeden Tag gehts etwas besser und die Blutergüsse im rechten Oberschenkel nehmen so langsam alle Farben an. Es wird wohl noch etwas dauern bis er wieder voll fit durch die Gegend spazieren kann. Das Gute ist aber, Niere, Lunge und Herz sind gut und das ist schon ganz viel.

Nun, planen können wir nichts und so nehmen wir jeden Tag so, wie er kommt. Wie heisst es so schön im "Hier und Jetzt" leben - nicht gestern, nicht morgen, sondern nur das Heute zählt. Langsam aber sicher hat er auch wieder seinen Medikoffer im Griff und nach wie vor erklingt ab und zu das Handy mit der Aufforderung die Medis einzunehmen.

Der Katheter, der Peter für die Dialyse gebraucht hat wird nun noch etwas an Peter hängen bleiben. Durch die Blutverdünner kann der Katheter noch nicht entfernt werden. Dies wird dann Ende Juni entschieden, wann Peter nochmals unters Messer muss. Jedenfalls bin ich froh, dass sich wieder etwas Normalität einstellt und die Angst der Lebensfreude weicht. Es wird sicher noch einige Zeit dauern und nach wie vor pilgern wir drei Mal in der Woche in die Insel. So langsam aber sicher wird die Insel unser zweites Lebenszentrum, so kann ich die Postpakete bei der Inselpost abgeben, bei der Kantonalbank Geld abheben, auch zum Coiffure könnte ich. Ich kann auch Brot einkaufen für die inselfreien Tage - und der Kaffee und die Gipfeli in der Insel sind nicht zu verachten.

Ich denke, dass dies nun bis Ende Juni so weitergehen wird und dann werden wir sehen. Wie gesagt - keine Pläne - nur im "Hier und Jetzt" kann im Moment die Devise sein.

Übrigens gestern haben sie die Dialysemaschine und das übrig gebliebene Material abgeholt - nun hat es auch hier zu Hause Platz gegeben, den ich sicher bald wieder auffüllen werde!