Ein spezieller Tag, der erste Juni 2013: der erste Monat mit der neuen Niere von Andy ist bereits vorbei. Nach der Transplantation und einigen Nachkorrekturen in der Insel ist die „Nierenbilanz“ durchwegs positiv. Andys Turboniere ist superaktiv und holt nach, was in den letzten Jahren nur auf Sparflamme lief. Entsprechend gross ist das Auf- und Ab: Viel Wasser, gefolgt von Entwässerung, Hyperaktivität gefolgt von Müdigkeit. Aber die massgebenden Werte pendeln sich langsam aber sicher ein. Inzwischen sind auch Herz und Lugen durchgescheckt – ich penne wie ein Murmeltier und jeder Tag wird besser.

Immer noch fährt mich Rosmarie fleissig in die Insel, dreimal pro Woche werde ich untersucht, das Blut analysiert und die Medikamente angepasst. Jedenfalls wird mein Alltag normaler. Seit der Cycler und das Dialysematrial abgeholt wurden liegt die Dialyse bereits weit weg in der Vergangenheit.

So kann ich meinen Radius schrittweise erweitern und spaziere munter durch die Berns untere Altstadt. Wenn es aufwärts geht, bin ich aber immer dankbar um den Bus 12, der mich zum Zytglogge hoch baggert. Wenn ich mal nicht mag, bleibe ich stehen und bewundere die schönen alten Häuser – wie ein Tourist halt. Werde mir noch ein Hawaii-Hemd anziehen, wenn’s etwas wärmer wird und eine Kamera umhängen.

 

Peter Maibach unterwegs bei der Nydegg