Und wieder haben wir einen Inseltag hinter uns - und wieder ist ein Tag erfolgreich vergangen. Nun auch hier wieder der Reihe nach. Nachdem Peter eigentlich erwartet hat, dass sein Überbleibsel der Dialyse erst im Juli herausgenommen wird, waren wir doch sehr überrascht, als er letzte Woche das Aufgebot für diesen Dienstag erhielt. Tagesklinik Stock Q - einrücken um 07.00.

Tagwache 6.15 - Abfahrt 6.40 - und es regnete in Strömen, die Aare floss schnell an uns vorbei, als wir wieder einmal den Weg in die Insel unter unsere Räder nahmen. Und wie wir voraus gesehen haben war es wieder einmal ein Tag mit warten. Eigentlich hätte Peter gegen Mittag unter Messer kommen müssen, doch wie immer ist es anders als man denkt. Da wir in der letzten Zeit gelernt haben, im Hier und Jetzt zu leben konnte, dies kein Hinderniss mehr sein.

Ich fuhr also wieder nach Hause und verbrachte den Tag zwischen Coiffure, Laden, einen Haufen Besuch im Laden und warten - warten auf das Telefon von Peter - dass es endlich losgehen würde. Für einmal war ich sehr nervös - keine Ahnung warum - jedenfalls war ich unruhiger als bei der Nierenop, doch wusste ich, dass es gut kommen würde. Und da ich ja nun neuen Stahl für meine Nerven besorgt habe, konnte ich es dann doch gut aushalten.

Um zwei kam ein SMS "Ich bin immer noch am warten" - tja - dann würde es sicher Abend werden und Peter wollte unbedingt nach Hause. Endlich um vier "durfte" er ein weiteres Mal unters Messer, vorher aber wurden ihm nochmals alle Risiken erklärt. Peter musste jedem Arzt/Ärztin die gleiche Geschichte erzählen "Ich nehme Blutverdünner, ja der Katheter ist angenäht, ja ich muss Immunsuppressiva nehmen" Und noch bevor er in den Ops gefahren wurde mussten nochmals Abklärungen getroffen werden, weil er eben wirklich ein "Spezialfall" ist! Der Eingriff ist gut verlaufen.

Jedenfalls bin ich froh, dass nun ein Schlauch weniger an Peter hängt. Mir kam es so vor wie wenn eine zweite Nabelschnur durchgetrennt wurde. Eine Verbindung zu einer Maschine, die nun nicht mehr nötig ist. Mir sind tausend Steine von der Brust gefallen und nun geht es wieder einen Schritt in Richtung Freiheit. Peter geht es den Umständen entsprechend gut. Immerhin kann er in seiner gewohnten Umgebung sein und der nächste Inseltermin wird am Donnerstagmorgen sein - dieses Mal müssen wir nicht so früh aufstehen.

Ein kleines Detail am Rande - Peter traf einen Pflegefachmann, denn wir vor rund 20 Jahren als Beizer in der Matte kennen gelernt hatten. Wie klein doch die Welt ist!