Der letzte Eingriff zum Abschluss des chirurgischen Teils der Nierentransplantation stand bevor: die Entfernung des Doppel-J-Katheters, der die Harnleitung zwischen der neuen Niere mit der Harnblase sichert. „Hmm“, was ist denn das wieder? Mal schnell googeln, wie das Ding aussieht du wie es entfernt wird. „Doppel-Hmm“, denn der Katheter wird gezogen. Und zwar durch die Harnröhre, also durch das, was Mutter vor langer Zeit verschämt als „Pfyffli“ bezeichnete.

Und spätestens da hört das maskuline Privileg auf, im Stehen an Bäume zu pinkeln oder den Namen der Flamme in den Schnee zu schreiben, vorausgesetzt er ist nicht zu lang.  Da wird eine beeindruckende Konstruktion mit Lampe, Kamera und Greifzange dort eingeführt, wo meinem Empfinden nach strikt Einbahnverkehr herrschen sollte. Der Katheter wird mit der Zange gepackt und mit einem Ruck ans Tageslicht befördert. „Triple-Hmm“ und Aua, schiesst mir heiss durch den Kopf. Auch die lokale Betäubung ist ein beschränkter Trost: wird es eine Spritze geben? Wohin?

Nun, die Befürchtunge war unbegründet, die Urologin machte sich gut gelaunt ans Werk. Ich zog es vor, einmal mehr die Deckenplatten im Behandlungszimmer eingehend zu studieren. „Hoppla, das war der Schliessmuskel“ und „Einmal bitte Husten“ und der Katheter war gezogen. Ruck zuck und schmerzlos. Kurz darauf wackelte ich noch etwas breitbeinig durch die Cafeteria des Anna Seiler Hauses um Rosmarie in mein neustes Abenteuer einzuweihen. Inzwischen bin ich ganz gerne wieder Mann.