So langsam aber sicher kehrt auch bei uns der Alltag ein. Bedeutet dies nun Normalität? Es ist ein Seiltanz zwischen vorsichtig sein und zurück ins Leben kommen. Neulich als Peter zur Kontrolle musste meinte der Arzt" jetzt gehören Sie nicht mehr zu den frisch Operierten, sondern zu den Transplantierten." Ein wichtiger Schritt, wie ich finde. Natürlich sind wir noch von der Normalität entfernt, denn Peter muss nach wie vor regelmässig in die Insel, muss nach wie vor viele Medis einnehmen. Sein Radius wird allerdings immer grösser. Waren es noch vor Tagen die kleinen Spaziergänge werden diese immer länger. Oft vergesse ich, dass Peter transplantiert ist, oft denke ich nicht daran, dass er sich noch etwas schonen muss. Für Angehörige ist es manchmal nicht ganz einfach ein Mass zwischen gesund und krank zu finden. Wie weit ist er jetzt schon gesund? Oder ist er immer noch krank? Ich glaube, dass viele Angehörige gar nicht nachvollziehen können was es heisst ein neues Organ im Körper zu haben. Ich stelle mir das so vor, dass ein neues Organ im Körper zuerst seinen Platz finden muss, die andern Organe müssen sich dem neuen Organ anpassen und ich denke, dass dies gar nicht so einfach ist.

Auf halber Höhe des Grten, Blick über Bern

Der Radius der Spaziergänge wird weiter: auf halber Höhe des Gurtens.

Es ist aber auch wichtig, dass man die kleinen Schritte der Besserung im Alltag erkennen kann, und ich finde es ist auch ein wichtiger Schritt, dass nun nicht mehr Krisenstimmung herrscht. Und manchmal - ja manchmal - ist es auch ein Spiel mit der Geduld - und manchmal - ist Geduld nicht jedermanns Sache. Meine ist es tatsächlich nicht immer!