Kürzlich lag ich eine Nacht lang in einem Spital - ich sage nicht in welchem. Ich schreibe auch nicht, in welchem Kontinent es liegt, geschweige denn, in welchem Land oder in welcher Stadt.

Doch der Reihe nach: ich sass in entspannter Runde, als das Telefon meine Aufmerksamkeit verlangte und eine aufgeregte junge Frau mir den Befall mit Bakterien verkündete, sofort ins Spital sei überlebensnotwendig! Alles Weitere erführe ich vor Ort, war die Antwort auf meine erstaunte Frage, was denn überhaupt los sei.

So stand ich wie befohlen Punkt 13.00 vor dem Empfangsschalter in der mich anfordernden Abteilung. Ich war weit und breit der Einzige, abgesehen von einer Reinigungsdame, die sich hingabevoll dem ausgetretenen Fussboden widmete. Nun gut, ich komme später wieder, versprochen. Nach einem gemütlichen Mittagessen suchte ich den Weg zurück an die Rezeption und in der Tat tauchte bald auch eine Empfangsdame auf, die gleich wieder verschwand, um mein wohin und immer noch erstauntes wozu überhaupt abzuklären. Dann war es essenziell, meinen Namen, den meiner Frau, unsere Telefonnummer und die Adresse abzuklären, nicht das erste Mal übrigens, ich könnte ja seit gestern das Telefon gewechselt, den Zivilstand geändert und umgezogen sein, denn gestern da war ich bereits im selben Spital nach Untersuchungen nach Hause geschickt worden.


Aber der Fortschritt vergisst, was gestern war und so wurde ich zur inneren Einkehr in ein leeres Zimmer gesetzt, immerhin hatte es Stuhl und Tisch. Kurz bevor ich mich entschloss, nach Hause zu verschwinden, tauchte eine freundliche Dame auf, schob ein Bett ins Zimmer, mass mir Blutdruck und Temperatur. Doch als sie gleich einen Venenzugang stechen wollte räusperte ich mich und fragte: „Dürfte ich nicht vorher bitte erfahren, warum ich hier sein soll? Noch bevor Sie mich stechen?“
„Oh, ja, die Ärzte werden Ihnen alles genau erklären!“
„Gut, dann warte ich gerne auf die Ärzte,“ erwiderte ich und schlang die Arme eng um mich.

 

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