Der Sechzigste steht unmittelbar bevor. Diesmal zusätzlich ein spezieller Geburtstag. Die jahreszeit- und altersbedingten Überlegungen zurück und voraus fallen fünf Monate nach der Transplantation vertiefter aus, als in anderen Jahren.  

Zuerst einmal wächst die Dankbarkeit gegenüber Andy als Organspender mit zunehmender Freiheit. Die Dialysezeit liegt bereits weit zurück im Nebel der Erinnerungen. Das Gefühl, krank zu sein, schwindet, dominiert nicht mehr das Bewusstsein.

Dann gehen die Gedanken zurück nach Hartford, USA, zum Geburtsspital, das Rosmarie und ich im 2011 besuchten (Reisebericht USA 2011 - Hartford) . Gedanken an ein Amerika, das die Gedankenwelt der damals blutjungen Eltern deutlich beeinflusste, auch als sie in die damalige Enge der Schweiz zurückkehrten. Was wäre geschehen, wenn sie drüben geblieben wären? Nicht auszudenken.

Aber auch voraus gehen die Überlegungen: wird die Genesung weiterhin so positiv verlaufen? Das Ende des Berufslebens wird erkennbar. Was, wenn es vorbei ist? In der Zeit nach der Transplantation war es eine wichtige Motivation zuerst im familiären Kreis, dann unter Freunden und Bekannten und schlussendlich auch im Beruf wieder Fuss zu fassen. Wieder dazu zu gehören. Nach langer Zeit wieder ein gesellschaftliches „Vollmitglied“ zu werden.

Doch zurück zur Gegenwart: die ersten Wochen 100% Arbeit sind gut über die Bühne gegangen, von der fast 100% Normalität trennen mich noch alle zwei Wochen  Kontrolluntersuchungen in der Insel und eine ansehnliche Parade an Medikamentenboxen…

Grosse Dosetten und Medikamentenkiste