Aus der dreiteiligen Vortragsreihe „Komplementärmedizin bei Transplantationsmedizin“ des Schweizerischen Transplantierten-Vereins (transplant.ch) sprachen uns die Themen aus Basel an: Der  Kantonsarzt und Präventivmediziner Thomas Steffen beleuchtet die Grauzone zwischen Schulmedizin und anderen Gesundheitskonzepten.

Das Grundkonzept der Schulmedizin, der Mensch sei eine bis zu einem gewissen Grad reparierbare Maschine gerät an Grenzen, wenn der Zusammenhang zwischen Geist und Materie dazu gezogen wird.

Steffens historischer Rückblick schlägt den Bogen zu den Babyloniern, aus deren Zeit erste  diagnoseartige Äusserungen überliefert sind. Im Mittelalter gewinnt die Trennung zwischen Sünde und göttlicher Strafe sowie unverschuldeter Krankheit Raum im Denken der Menschen. Die heutige Wahrnehmung sagt dagegen: Krankheit ist die Abweichung von Gesundheit, abhängig von der Sichtweise, dem Weltbild. Dieses muss weder umfassend sein noch andere Sichtweisen verdrängen. Steffen illustriert seine pointierten Aussagen mit zahlreichen historischen und medizinischen Beispielen und gipfelt: Menschen mögen Heiler, Menschen mögen Wundermänner, Menschen mögen Inszenierung. Wir kommen an Grenzen des Wissens, was dahinter liegt bleibt unerschlossen für das logische Wissen.