Das Auditorium Ettore Rossi war gut besetzt an diesem regnerischen Samstag, 21.3.2014. Zahlreich haben Transplantierte, Spender, Interessierte den Weg ins Auditorium Ettore Rossi in der Insel gefunden um einem Tag lang unterschiedlichste Vorträge zum Thema Organtransplantation und die Zeit vor und nachher zu hören.
Besonders für mich an diesem Anlass war, dass Andy mitkam und wir einen  Brudertag gemeinsam verbringen konnten – alle unsere Nieren an einem Pültli.

Patientenverfügung, damit mein Wille zählt: Martin Zimmermann von der Herzstiftung Schweiz  gab der reichlich trockenen juristischen Materie eine dritte Dimension, verlängerte die rechtlichen Texte in Fragen zum realen Leben: wie und wer entscheidet über mein Schicksal, wenn ich nicht mehr selbst entscheiden kann?

Tissue Engeneering, regenerative Medizin und andere Hoffnungen der Zukunft: Prof. Hendrik Tevaearai nahm die Zuhörenden auf eine Reise mit durch die Geschichte der Forschung zu Organersatz, mechanisch, biologisch und verblüffenden neuen Erkenntnissen. Diese lassen aufhorchen und Hoffnungen entstehen.

Komplementärmedizin nach Transplantation: Dr. med. Martin Felb spannte den Bogen von Umfragewerten und  Statistik zu wertvollen Tipps zur kontrollierten Anwendung von alternativen Behandlungsmethoden. Diese sollten in jedem Fall mit dem Arzt abgesprochen werden, da unerwünschte Nebenwirkungen eintreten können. Es gilt nicht nur Grapefruits zu vermeiden, die Immunsuppression einschränken.

Hautänderungen nach Transplantation du deren Behandlung: PD Dr. med. Patrick Antony Oberholzer machte deutlich, welch zentrale Rolle die konsequente Anwendung von Sonnenschutz spielt  – einfach immer, wenn es Tageslicht hat. Wenig schöne Bilder machen den Transplantierten deutlich, was sie so vermeiden können, s. auch www.derma.ch . Die Kosmetiktipps zur Haarentfernung – je nach Medikamente kann unerwünschter Haarwuchs entstehen, haben wir beide übersprungen. Ich jedenfalls wäre froh, wenn da noch etwas nachwachsen würde…

Mir geht es gut: Das emotionale und mitreissende Referat von Claudia Senn zeichnete den Weg einer 34 jährigen nierentransplantierten  Sportlerin, die plötzlich auf dem Karriereweg gestoppt wird und ihren Leben neu ordnen muss. Die lebendige, lebensbejahende Vortragsweise von Claudia Senn war für mich der Höhepunkt des Anlasses. „Es liegt an dir, zu erreichen was du willst“ zeigte den Zuhörerinnen und Zuhörern den Weg zu mehr Eigenverantwortung, und davon kann man in der behüteten Spitalwelt nicht genug aufbringen.

Mehr Informationen: www.swisstx.ch