Nach einer anstrengenden Untersuchungswoche naht der Abschlussbericht der Insel: nach einem Jahr Spitalbeziehung wieder die Alltags-Routine bei der Hausärztin. Bis es soweit ist schenken wir uns ein paar freie Tage bis nach Ostern. Wenigstens für mich, Rosmarie wird zwischendurch den Laden hüten.

Unser Frühlingsreisli ins Tessin ist bereits Ehetradition, regelmässig schauen wir im Tessin dem Frühling über die Schulter. Nach minutiöser Planung durch Frau Bernasconi brachte uns die SBB sicher und fast pünktlich nach Domodossola. Da Rosmaries Eltern seinerzeit ihre Flitterwochen in Domodossola verbrachten, beginnen wir üblicherweise im Centovallibähnli die Familiengeschichte durchzukauen. Meinerseits sind wir schnell durch. Aber beim Bernasconiclan dauert das der Grösse der Sippe wegen deutlich länger. Jedenfalls waren wir plötzlich bereits in Locarno, als sich der Stammbaum der Ahnen in den Glarner Nebeln verlor. Noch ein Katzensprung nach Lugano, der Stadt mit 1000 Schuhläden und Boutiquen, wovon wir gefühlt 2000 besucht haben. Ein Icecoffee brachte uns wieder auf Touren und so genossen wir das südliche Ambiente und begrüssten sowohl den Osterhasen wie auch den Frühling.

Schaufenster Confiserie Al Porto Lugano

Echt müde erwischten wir sogar intuitiv den besseren Zug zurück nach Bern, der schnellere hatte Verspätung, oder so, einfach SBB.

Was das Brichtli mit Nieren zu tun hat? Viel und wenig. Jede Woche, jeder Monat nach der Transplantation kommt der Alltag und damit die Normalität wieder. Je länger je mehr. An einem solchen Prachtstag verblassen die Erinnerungen an die letzten drei Jahre bis zur Unkenntlichkeit.