Dezember 2011 - Ein eigenartiges Gefühl: mir wurde ein Katheter eingesetzt. Etwas unterhalb des Bauchnabels führt ein Silikonschlauch in den Bauch. Das andere Ende des etwa ein Meter langen Schlauches hängt an einer Kette um den Hals. Zurück aus dem Spital bestaune ich meinen verpflasterten Bauch vor dem Spiegel. Der Katheter gehört noch nicht zu mir und mein Spiegelbild ist mir fremd.

Nach umfassenden Vorgesprächen mit dem Nephrologen, dem Spezialarzt für Nierenerkrankungen, habe ich mich auf dessen Empfehlung hin für eine Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse, kurz APD) entschieden. Dabei übernimmt das etwa zwei Quadratmetergrosse Bauchfell, das die Bauchhöhle auskleidet, die Filterfunktion, welche die Niere nicht mehr wahrnehmen kann.

Durch den Katheter wird in regelmässigen Abständen Dialyseflüssigkeit in die Bauchhöhle gepumpt und nach einer Verweilzeit wieder abgepumpt. In dieser Zeit sättigt sich die Dialyseflüssigkeit mit den abzuführenden Giftstoffen und überflüssigem Wasser im Körper an. Dieses Einfüllen und Abpumpen der Dialyseflüssigkeit über nimmt ein Steuerungsgerät, der Cycler, während der Nacht.