Während ich diese Zeilen schreibe schnurrt der Cycler neben mir zufrieden vor sich hin. Nach der allabendlichen Einrichtungszeremonie mit drei Fünfliterbeuteln Dialyseflüssigkeit, stecken der Kabelverbindungen und anschliessen der Auslaufbeutel oder einer Schlauchleitung ins WC übergebe ich die tägliche Blutreinigung dem Cycler, der übrigens „sleep safe“ heisst.


Der Cycler ist gut zwanzig Kilo schwer, etwa in der Grösse eines robusten Bürodruckers. Er steht auf einem massiven Rollwagen. Dank eines Akkus kann ich mich für eine kurze Zeit frei von Steckdose zu Steckdose in der Wohnung bewegen. Vorausgesetzt, es liegen keine Hindernisse, wie etwa Türschwellen, im Weg.  
Mein Katheter – und somit meine Bauchhöhle -  wird über einen etwa zwei Meter langen Schlauch mit dem Gerät verbunden.  Zu Beginn der der bevorstehenden  Nacht wird die verunreinigte Tageslösung abgepumpt. Danach werden 2.3 Liter saubere Lösung eingefüllt und  in sechs Intervallen teilweise durch frische ausgewechselt. Zwischen jedem Intervall liegen jeweils eine Stunde Verweilzeit, in welcher die frische Dialyseflüssigkeit Giftstoffe und überflüssiges Wasser „zieht“ und vor dem nächsten Einlauf in einen grossen Sammelbeutel pumpt.  Der letzte Auslauf ist wieder mindestens 2,3 Liter, der darauf folgende Einlauf, der Abschluss der Dialysenacht, besteht aus zwei Liter Tageslösung, die den Tag durch in der Bauchhöhle verbleibt.

 

Leere Beutel abhängen, einen Maschinentest durchführen, die Sammelbeutel ins WC entleeren, wägen, Blutdruck messen und Meldeblätter ausfüllen – ein neuer Tag in Freiheit kann beginnen.