Natürlich ist der Cycler eine emotionslose Maschine, die bloss tut, was man ihr sagt. Und das tut sie üblicherweise auch. Wobei, manchmal frage ich mich, ob es nicht so etwas wie einen Maschinengeist gibt? Wie aus dem Nichts taucht mitten in der Nacht ein „Schwerer Gerätefehler“ auf. Der Touch-Screen leuchtet feuerrot auf. Die Sirene veranstaltet einen Höllenspektakel. Ich schrecke auf, stehe in Achtung Stellung neben dem Bett. Bis ich endlich den Alarm abstellen kann, scheint es mir eine Ewigkeit zu dauern. Ich horche in die Nacht. Im Haus bleibt es still, auch Nachbars Hund gibt nicht an. Dafür bin ich aber hellwach. Zuerst zaghaft, dann immer mutiger drücke ich auf alle erreichbaren Schaltflächen und Knöpfe. Der Cycler macht keinen Wank. Dann meldet er zurück, dass die Behandlung unterbrochen sei und ich ausschalten solle. Mist. Ich stehe mit dem Bauch voller Flüssigkeit da, geschlaucht und angeschlaucht und ebenso genervt. Ich weiss bereits was kommt. Maschine neu starten, das Anschlussset entnehmen, die halbleeren und halbvollen Beutel aufschneiden und entleeren, eine halbe Stunde Maschinentest durchlaufen lassen, alles neu einrichten und von vorne beginnen. Warum gerade heute, ich bin doch so müde?

 

Während ich noch mit dem Maschinengeist hadere leuchtet der Display plötzlich im vertrauten Hellblau auf. Ein dicker Pfeil auf einer Schaltfläche fordert mich auf, weiterzumachen. Tatsächlich, der Cycler schnurrt wieder wie ein zufriedenes Kätzchen. Ich sinke in die Kissen und schicke dem Maschinengeist einen freundlichen Gruss.