Es zeichnete sich ab, dass Peter früher oder später auf eine neue Niere angewiesen war. Wie auch immer das aussehen würde, das stand damals in den Sternen. Wie ein Damoklesschwert stand diese Diagnose über unserer Beziehung. Zwischen wahrhaben wollen, beschwichtigen, darüber reden und streiten, akzeptieren und der Tatsache wie es jetzt ist, ist tatsächlich ein langer Weg.

Vor einiger Zeit, ich stand zu auf dem Bahnhof in Luzern, als mir Peter telefonisch mitteilte, dass seine Niere noch 50% funktioniert. Dies bedeutete, dass seine Nierenfunktion schlechter werden würde. Tja – was tun? Beschwichtigen? Unterstützen? Positiv denken? Ignorieren? Möglichst einen gewöhnlichen Alltag leben? Ich war auf dem Weg zu einer Kollegin. Mir ging der Satz nicht mehr aus dem Kopf. 50% Nierenfunktion. Keine Ahnung was das für unsere Zukunft bedeuten würde. Wie sich das auf unsere Beziehung auswirken würde.

Lösungen suchen? Aber wie? Man stellte sich das eine oder andere vor, doch so richtig kann man es sich erst vorstellen, wenn es dann soweit ist. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Peter drei Mal in der Woche zur Blutwäsche musste. 4 Stunden ruhig liegen, sich nicht bewegen, abhängig von Terminen im Spital sein. Ich konnte oft auch nicht begreifen, dass er am Abend müde war. Und immer wieder versuchte ich mir vorzustellen, wie es weitergehen würde.