Zu Beginn der Heimdialyse war alles noch neu und sehr anstrengend. Die Schlaflosigkeit der Maschinennächte verbündete sich mit der chronischen Müdigkeit, die zum Krankheitsbild gehört. So kam ich nur stundenweise zu etwas Schlaf und war darauf angewiesen, nur 50% arbeiten zu müssen. Mit der verfeinerten Programmierung des Cyclers durch die Spezialistin bei Fresenius und dank laufenden Behandlungsverbesserungen durch den Spezialarzt das Dialyseteam des Lindenhofspitals konnte ich inzwischen meinen Beschäftigungsgrad auf 70% anheben. Mein Tag ist jetzt klar zweigeteilt auf die nach aussen abgeschottete Dialysenacht zu Hause und den Alltag, den ich mir so natürlich wie möglich einrichte.

 

Von Anfang an war es mir ein Anliegen, Arbeitgeber und Kollegen offen zu informieren. Vorgesetzte, die Personalabteilung und das Case-Management unterstützten mich auf meinem Weg zurück in eine Normalität. Die Reaktionen der Kolleginnen und Kollegen waren zuerst Betroffenheit und dann viel Toleranz. Inzwischen hat sich der „Sonderstatus“ normalisiert, was mir sehr recht ist. Ich weiss wo meine Grenzen liegen, Müdigkeitsanfälle, Stimmungsschwankungen und vor allem ein durch die Maschine diktiertes Zeitmanagement gehören dazu. Mit viel Entgegenkommen im Büro wird es mir möglich gemacht, dazu zu gehören, mitzuarbeiten, ein Teil des Ganzen zu bleiben und mich so nicht „krank“ zu fühlen.