Eine Zeitlang schien es, als halte das Leben den Atem an, um nicht zu stören. Ich war damit beschäftigt, die Tatsache zu verarbeiten, dass alles viel länger dauerte als ich mir vorgestellt hatte. Ich begann die regelmässige Dialyse in mein Leben zu integrieren und versuchte dem ganzen so etwas wie den Anschein von Alltag zu verleihen. Es war ein stark ritualisiertes Leben unter der Glasglocke, seltsamerweise auch irgendwie beruhigende gemächlich.

Dann rasteten die Zahnräder des Lebens wieder ein, ein Ruck ging durch den Alltag.  Innerhalb kurzer Zeit starben zwei wichtige Menschen in unserem Leben: Rosmaries Bruder und mein Stiefvater. Im Beruf standen Änderungen an. Die „Nierengeschichte“ rückte eine Zeitlang in den Hintergrund. Denn es gab einiges zu erledigen.