Sascha Zürcher berichtet in der heutigen Tagesschau von Schweizer Radio und Fernsehen SRF: "Jeder ein potenzieller Organspender. In Österreich gilt die Widerspruchslösung: Organe können entnommen werden, wenn der Verstorbene nicht ausdrücklich das Gegenteil verfügt hat. Entsprechend werden dort doppelt soviele Organe verpflanzt wie in der Schweiz (Online-Artikel SRF 9.1.2013).„

In der Schweiz werden im Vergleich deutlich weniger Organe gespendet als in Nachbarländern. Dies bei stetig steigender Nachfrage. Zurzeit warten in der Schweiz rund 1200 Menschen auf Organspenden, die ein neues Leben bedeuten. Denn bis zu hundert Menschen sterben jährlich hierzulande, weil sie nicht rechtzeitig ein Organ erhalten. Noch in diesem Jahr kommt die Widerspruchslösung vor die Räte, wonach jeder als Organspender in Betracht kommen kann, der sich nicht ausdrücklich dagegen ausspricht.

Aufschlussreich sind die Kommentare zum Online-Artikel SRF, hier ein paar Auszüge:

  • "Gleichzeitig bin ich dagegen, dass man tote Menschen "metzget" um an gewisse Organe heranzukommen - das grenzt schon fast an "kanibalismus" - oder vielleicht ist es auch der Schritt davor. "
  • "Es werden viele Menschenleben gerettet werden können. Und mal ehrlich - es dürfte weder den Verstorbenen noch den lieben Gott sonderlich interessieren, ob man nun mit zwei oder nur einer Niere und der Erde verwest."
  • "Die Medizin braucht es, aber sie hat ihre Grenzen und die wird mit dieser elenden Bettlerei nach Organen massiv überschritten."
  • "So wie es heute ist gehen viele Organe verloren, weil man sich einfach nicht mit dieser Frage befassen will."
  • "Mir wird das ganze immer unheimlicher. Man hört ja auch so Gruselgeschichten, wo Leute "entführt" werden, und dann erwachen die mit einer Narbe irgendwo."
  • "Wenn die Schweiz solch totalitäre Gesetze erlässt ist sind wir vollkommen am Arsch."

Die Live-Tagesschau ergänzt: Aufklärung ist dringend notwendig. Organe dürfen in der Schweiz nur entnommen werden, wenn die betroffene Person zu Lebzeiten zugestimmt hat oder die Angehörigen eine Organspende erlauben.

Aus Sicht eines direkt Betroffenen empfinde ich gewisse Kommentare als zynisch. Ich kann nicht genug hervorheben, wie dankbar ich für ein Ersatzorgan bin, das mir wieder ein normales Leben ermöglichen würde.