Bisher habe ich hier die Patientenseite, beschrieben. Die wichtigste Rolle in der Geschichte rund um die einen Nierenersatz spielen aber die Ärztinnen und Ärzte, die mich durch die schwierige Zeit begleiten. In einer sensiblen Lebensphase, in der gesundheitliche Verunsicherung mit Ohnmachtsgefühlen und Ängsten gemeinsam auftreten, ist ein solides, sachliches Vertrauensverhältnis zwischen Arzt, Pflegepersonen und Patient das A und O.


Von Anfang an dabei ist der Hausarzt, der die persönliche, soziale  und medizinische Geschichte kennt. Früh schon überweist er den Spezialbefund „Niere“ an den Nephrologen, der mit Verschlechterung der Nierenfunktionen zur zentralen Ansprechperson wird. Er koordiniert die Therapieformen bis hin zur Dialyse und Vorbereitung zu einer Organtransplantation. Sobald das „Dossier“ erstellt wird, es also um einen Eintrag in die Warteliste oder die Vorbereitung einer Transplantation geht, vervielfachen sich die Spezialisten: Herzspezialist, Gefässspezialist, Narkosearzt, Psychologe, Chirurg, Oberärzte und Assistenzärzte  des Transplantationszentrums, wechseln ihre Untersuchungen ab mit dem Zahnarzt, dem Magendarmspezialisten, Urologen, Ultraschall, Röntgen. Unterstützt werden sie von Pflegepersonal, hauptsächlich aus der Dialyseabteilung des Spitals.


Ich erinnere mich an meine Grossmutter, als sie im Spital erwachte und die vielen Ärzte und Pflegenden um ihr Bett versammelt sah. Noch etwas schlaftrunken meinte sie „Sind das Eisbären? So viele Eisbären!“