Wie Rosmarie am 9. Januar 2013 schrieb, zeichneten sich Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der vorgesehenen Organspende ab. Der anfängliche Optimismus wurde arg strapaziert. Ungebrochen blieb der Wille, es zusammen zu schaffen, komme was da wolle. Die extrem lange Abklärungszeit im Inselspital in Bern und die immer neuen Abklärungen hätte uns vielleicht misstrauisch werden lassen sollen. Doch wir waren zu sehr damit beschäftigt, körperlich und mental fit für den Eingriff zu sein und zu bleiben.


Denn anfänglich hatte ich einige Befürchtungen gegenüber einer Lebendspende von Rosmarie. Was geschieht, wenn mein Körper das neue Organ nicht annimmt? Was geschieht, wenn die Operation nicht gut verläuft? Darf ich das überhaupt annehmen? Zahlreiche Gespräche weiter und dank guter Unterstützung des Nephrologen und nach einer psychologischen Abklärung war wir beide weiter gekommen. Ich könnte das grosse Geschenk annehmen, Rosmarie hätte dafür einen (fast) neuen Mann.

Zudem mussten wir uns auch mit den Meinungen von Freunden und Bekannten auseinandersetzten. Das brachte Erstaunliches zutage. Sehr Nahestehende rieten vehement ab, andere bewunderten Rosmaries Mut. Zahlreich waren auch die Auseinandersetzungen von Freunden mit sich selbst, die damit konfrontiert wurden, ob sie dies für einen Partner, eine Partnerin „auch tun würden“.

Der schlechte medizinische Zwischenbericht hat uns aufgewühlt. Es wurde deutlich, dass sich das Ganze in die Länge ziehen würde.