„Nur nicht entmutigen lassen“, dachte ich für mich. Ok, eine Operation erhellte mein Gedanken auch nicht gerade und so ergab ich mich für einen Moment in mein Schicksal. Am 30.5.2012 war es dann soweit ich begab mich ins Engeriedspital. Nein, in der Insel wollte ich mich nicht operieren lassen – ich hatte so was von genug und irgendwie hatte ich den letzten Monaten und Wochen die Insel so oft von innen gesehen, wie in meinem ganzen Leben nicht.

Ich haderte schon etwas und trotzdem spürte ich auch Dankbarkeit, dass durch die Untersuchungen das Teratom frühzeitig erkannt wurde.

Irgendwie hatte ich auch den Eindruck, dass mein Rheuma nach der Operation besser werden würde. Jedenfalls begab ich mich am 30.5. unters Messer. Die Operation verlief ausgezeichnet und durch das, dass ich abgenommen habe, konnte man mein Teratom dann auch laparoskopisch herausnehmen. Ich hatte immer den Eindruck, dass das Teratom gutartig war, wenn auch die Frauenärztin vorsichtig optimistisch war. Die Op dauerte 2 Stunden und kurz nach dem aufwachen sah ich das strahlende Gesicht der Frauenärztin. „Alles gut gegangen und es ist gutartig“, teilte sie mir fröhlich mit. Wusste ich es doch … und trotzdem wusste ich nun auch, dass ich keine Nieren spenden konnte. Frust, Ärger und auch Enttäuschung machte sich breit. Und doch war es wohl wirklich vernünftig, sich nicht an den Gedanken einer Nierenspende zu klammern. Während ich auf dem OP-Tisch lag, starb mein Schwiegervater. Ich fand dies alles viel auf einmal. Ich erholte mich allerdings sehr gut von meiner Operation und immer wieder kreisten meine Gedanken um die Niere, die ich nicht spenden kann.

Vielleicht war ich wirklich zu blauäugig und hatte mir das Spenden einer Niere einfacher vorgestellt. Ich war hoch motiviert und plötzlich musste ich erkennen, dass ich nicht so gesund war, wie ich es gerne gehabt hätte.