Eine Zeit der gemischten Gefühle. Das wichtigste war sicher die grosse Erleichterung, dass es Rosmarie besser geht. Eine Sorge weniger. Der Todesfall in nächsten Familie und die Ungewissheit, wie es mit der plötzlich alleinstehenden Mutter weiter gehen sollte sorgten für etlichen Stoff zum Innehalten und Nachdenken. Auch im Beruf gab es Turbulenzen und Veränderungen, für Unterhaltung jedenfalls war gesorgt. Mehr als erwünscht.

So seltsam diese Aussage scheinen mag: die ruhigsten Momente war die tägliche Dialyse. Ein Ritual, stets um die selbe Zeit, mit identischem Ablauf war mein Fixpunkt im täglichen Durcheinander und auch Rückzugsmöglichkeit. Die gut zwölf Stunden "Programm" am und rund um den Cycler boten auch gute Gelegenheit, über das wie weiter nach zu denken. Eine schnelle Lösung war nicht in Sicht, es ging darum, sich auf eine längere Wartezeit einzustellen und Alternativen abzuwägen. Das geistige "Reduit" hiess: tägliche Dialyse, und das jahrelang, solange keine Transplantation eine Option würde.