Nachdem ich mich von der Operation und auch vom Rheumaschub erholt hatte, war ich dann doch etwas verunsichert. Meine Niere spenden dies würde doch nicht gehen und doch spüre ich in meinem Innersten, dass dieses Thema noch nicht vom Tisch ist. Ich kann nicht sagen wieso und ich nicht warum. Jedenfalls war ich nach den vielen Untersuchungen und Operation und Rheuma und Todesfällen doch etwas desillusioniert und irgendwie brach auch eine Welt zusammen. Zumal auch in der Zeit noch mein Bruder starb. Er hätte nur mit Dialyse weiterleben können.

Für mich war immer so klar, dass ich Peter eine Niere spenden kann, dass ich nie im Leben mit den vielen Hindernissen gerechnet habe. Ich haderte und hadere ab und zu noch, dass es nicht geht. Zumal ich mit der Basismedikamentation gegen mein Rheuma begonnen habe. Jeder Nephrologe würde da wohl den Kopf schütteln. Und dies ist mitunter ein Grund, dass ich meine Niere nicht spenden kann, denn es könnte sein, dass ich durch mein Rheuma stärkere Medis nehmen muss, die nur über die Niere abgebaut werden kann. Es ist ziemlich kompliziert. Hier denke ich oft auch an den „Hätte, Wäre und der Würde“ – was also würde geschehen, wenn ich dann plötzlich stärkere Medis nehmen müsste. Dann könnte ich selber zur Nierenpatientin werden. Jedenfalls ist es wirklich nicht ganz so einfach zu begreifen, was sich im menschlichen Körper alles abspielt. Ich kann verstehen, dass die Ärzte aus ethischen Gründen nicht einfach operieren und deshalb auch genaue Abklärungen treffen.

Jedenfalls bin ich nach wie vor in der Inselmaschinerie drin, weil ich noch nicht aufgegeben habe und nach wie vor genau abgeklärt haben will, ob es doch noch eine Chance gibt. In mir drin habe ich noch eine Pendenz, die noch nicht erledigt ist und erst wenn ich 100% sicher bin, dass es nicht geht, werde ich den Zustand wohl akzeptieren.