Der Beitrag in er Rundschau im Schweizer Fernsehen vom 6.2.2013 war emotional sehr berührend: einer schwer behinderten jungen Frau soll nach sechsjähriger Versuchsphase die finanzielle Unterstützung dermassen gekürzt werden, dass ein Heimeintritt unausweichlich scheint. Der Hohn an der Geschichte: die Heimbetreuung würde die öffentliche Hand teurer zu stehen kommen, als die Betreuung zu Hause. Juristisch sicher perfekt gelöst, die Buchhalter werden jubilieren. Für den Zuschauer sieht es beschämend nach Seldwyla aus.

Wer aber hoffte, der Gast auf dem heissen Stuhl der Rundschau,  immerhin der Leiter der Invalidenversicherung, Stefan Ritler, relativiere die harten Aussagen sah sich getäuscht. Ritler, der an der Uni Freiburg Psychologie und Theologie studiert hatte,  verteidigt den harten Kurs der IV gegen alle Appelle an die Menschlichkeit.  «Arbeit ist die beste Ablenkung», lässt Ritler sich widerspruchslos zitieren. „Wenn man sich immer mit seinen Schmerzen beschäftige, werde es nur noch schlimmer.“ schrieb der Berner Bund am 2.3.2011 in einem Artikel, der den zutreffenden Titel trägt: «Ein Zyniker als oberster IV-Chef».