So langsam gibt’s wieder einen Schimmer am Horizont. Nach den vielen Abklärungen und Arztbesuchen bin ich nun wieder sehr gut im Alltag gelandet. Das Leben geht weiter mit oder ohne Nierenspende. Die Arztbesuche werden weniger, hören allerdings nicht auf. Ich bin so gut untersucht und abklärt, dass ich den gleichen Weg nochmals machen würde. Wenn es auch ab und zu lästig ist, immer wieder in die Kontrolle zu gehen, hat es doch nach wie vor seine Vorteile.

Egal, Hauptsache es tut sich etwas. Der Halbbruder von Peter hat sich für eine Lebensspende zur Verfügung gestellt und ist nun in den Abklärungen drin. Ich kann ihn unterstützen und ihn auch begleiten, denn ich weiss was alles kommt und auf ihn zukommen wird. Erleichterung jemand zu haben, der eine Niere spendet? Meine Gefühle waren gemischt. Manchmal dachte ich: „Wieso kann ich nicht spenden?“ – Jetzt mit einem grösseren Abstand und einigen klärenden Gesprächen bin ich erleichtert, dass der Halbbruder auf dem Weg ist, Peter eine Niere zu spenden. Ich weiss nun auch, dass ich im Notfall bereit sein muss, kann, will – denn sollten alle Stricke reissen, steht meine Niere bereit – dies im äussersten Notfall, dies zu wissen gibt mir die Struktur weiter am Ball zu bleiben. Nicht aufzugeben und wieder an Gewicht zuzulegen. Nach langen Winterwanderungen kommen nun auch die kreativen Energien zurück, so wie Peter bereits in seinem Blog geschrieben hat, werden die Personen in den Sieben Bergen wieder lebendig. Ich freue mich auf diese Herausforderung.

Ich freue mich aber auch, dass es nun einen weiteren Schritt in die richtige Richtung mit der Transplantation gehen wird. Dann ist mein Weg eben nicht meine Niere zu geben, sondern die beiden Männer zu unterstützen, was mir sehr leicht fallen wird.