Man mag an die Macht der Sterne glauben oder nicht, sicher ist jedenfalls, dass meine Dialysemaschine ganz fest daran glaubt.  Doch beginnen im Weltall, beim Planeten Merkur. Dieser ist jährlich ein paarmal rückläufig und in diesen Phasen sei Technik und Elektronik besonders anfällig auf Störungen, behauptet Rosmarie, die es wissen muss.

Gestern Abend war ich hundemüde und hoffte auf eine lange, erholsame Nacht, wenn ich nur früh mit dem Einrichten der Maschine begänne. Das lief alles auch picobello durch, Einrichten, Pumpentest, Konnektieren der Beutel, blubbernd begann das Füllen des Schlauchsystems. Jetzt dauert es noch sieben Minuten, dann beginnt meine Dialysenacht. Doch genau zwei Minuten und 15 Sekunden vor Abschluss: Fehler! Alarm. Mist, bitte nicht heute! Doch weder Fluchen noch Knöpfe und Schaltflächen drücken half weiter. Also musste ich die Behandlung stoppen. Dann die Maschine herunterfahren und wieder abrüsten, die 15 Liter Dialyselösungen das WC runterspülen und den Maschinentest durchlaufen lassen – eine gute Halbestunde warten. Dann die ganze Prozedur nochmals, einfach eine Stunde später. Jetzt muss es klappen, der Maschinentest lief einwandfrei durch. Doch nein! Ich hatte die zweite Krise: genau bei Zwei Minuten 15 nochmals der gleiche Fehler.

Inzwischen hatten meine laustarken Beschimpfungen Rosmarie herbeigelockt und gemeinsam versuchten wir es drittes und letztes Mal: wieder Error und Abbau wie gehabt.

Ich gab auf, suchte das Notfall- Set hervor und nahm einen guten, ruhigen manuellen Wechsel vor und wünschte die ganze Elektronik, Mechanik und Pneumatik ins Pfefferland. Und den rückläufigen Merkur gleich dazu.