Neulich als der Cycler von Peter seinen Geist aufgegeben hatte, siehe im Blogbeitrag von Peter, musste er auf „manuel“ umstellen. Ein komisches Gefühl. Plötzlich werden Strukturen und Abläufe durchbrochen. Tagesabläufe sehen anders aus, alles wurde für eine kurze Zeit komplizierter.

Seit Dezember 2011 ist es jeden Abend das gleiche Ritual – um 21.00 – manchmal einige Minuten später muss Peter an die Maschine. Es ist schon fast normal geworden. Und plötzlich merken wir, dass sich etwas ändern könnte, dass Peter eine neue Niere bekommen könnte. Sein Halbbruder ist in den Abklärungen und völlig gesund. Einige wenige Bobos, die viel in seinem Alter haben – und doch scheint es nun ernst zu werden. Ich hoffe und bange und bin zuversichtlich, dass es klappen wird. Doch halt – was würde dies für Peter und mich bedeuten? Das allabendliche Ritual würde wegfallen. Es ist schon speziell, denn man gewöhnt sich an die Rituale an den festen Bestandteil im Alltag. Was geschieht nachher mit einer neu gewonnen Freiheit? Sie war schon mal da und doch, hat sich in dieser Zeit vieles verändert. Was wird sich bei uns verändern? Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass alles gut kommen wird. Es ist eine Zeit zwischen Hoffen, sich aber auch auf die Veränderung einzustellen, egal wie diese dann auch aussehen wird.

Ich selber bin neugierig was auf uns zukommen wird – und ich bin gespannt, wie lange die allabendlichen Rituale noch dauern werden.