Podium / Teil I

Am 9. März 2013 fanden gut dreihundert Zuhörerinnen und Zuhörer den Weg ins Auditorium Ettore Rossi am Inselspital in Bern. Geboten wurde ein reich bestückter Tag mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Organspende in der Schweiz“, Referate zur „Medikamentensicherheit“, Reisen nach einer Transplantation“  und zu „Humor und Krankheit“.
Ausführliche Informationen, Fotos und Unterlagen zu den Referaten: www.swisstx.ch

 

Podiumsdiskussion zum Thema «Organspende in der Schweiz»

Die gut einstündige Podiumsdiskussion drehte sich um die Frage, wie in der Schweiz mehr Organspender angesprochen werden können. Trotz einiger polarisierender Voten, auch aus dem Plenum, stand doch eher der Gedanke von Information und Aufklärung im Vordergrund. Trix Heberlein, Stiftungsratspräsidentin Swisstransplant,  hielt fest, dass durchaus eine solide Spenderbereitschaft vorhanden wäre, dass aber organisatorische Schwierigkeiten in den Spitälern und administrative Hürden diese oft ungenutzt liessen. Gerade die sehr anspruchsvollen Gespräche, welche in schwierigen Momenten mit den Angehörigen zu führen wären, lassen medizinisches Personal zurückschrecken. Ein falsches Wort im Dialog, so Prof. Dr. Haberthür vom Kantonsspital Luzern, führe zu einer Ablehnung einer Organspende.

„Ich werde meinen Spenderausweis zerreissen“,  zitieren Bund und Bernerzeitung in der Online Ausgabe zeitgleich zur Veranstaltung die Patientenschützerin und Nationalrätin Margrit Kessler in ihrer Kritik zu den aktuellen Plänen des Bundesrates, die Organ-Entnahme zu erleichtern.

Aus ethischer Sicht, so PD Dr. Tanja Krones, Leitende Ärztin Klinische Ethik Zürich, dürfe kein Druck auf potentielle Spender ausgeübt werden. Druck jedoch sei relativ, konterte Trix Heberlein, es beschäftige sich halt niemand gerne mit seinem Tod. Ein rechtzeitig ausgefüllter Organspenderausweis entlaste die Angehörigen von sehr schweren Entscheidungen. Schade sei, dass bei der aktuellen Kampagne zu sehr auf negatives abgestellt werde, begrüssenswerter wäre es, die erfreulichen Seiten einer Organspende zu betonen.

Claudia Senn, junge Nierenempfängerin aus St. Gallen fasst ihre Eindrücke zusammen: die neue Niere erlebte ich als Geschenk, das mir meine Freiheit zurückgab, 100% meiner Freiheit. Zu diesem Aspekt passt das Grusswort des Symposiumleiters Marcel Steiner im Erinnerung an seine Herztransplantation: Ein guter Mensch ist gestorben und hat mir sein Herz geschenkt