Symposium für Transplantierte 2013 / Teil III

Der Symposiums-Nachmittag war entspannden Themen gewidmet, die optimal zum sonnigen Samstag ausserhalb des Auditoriums  passten:


Humor ist, wenn man trotz Krankheit lacht

Moderatorin und Sozialpsychologin Cristina Galfetti übernahm die schwierige Aufgabe, das Publikum nach dem reichlichen Mittagessen vor dem drohenden Siestamodus zu bewahren. Therapeutischer Ansatz des Humors ist: Lachen bietet Ablenkung und befreit von Stress, eine durchaus erwünschte Begleiterscheinung. Ehrgeiziges Ziel von Cristina Galfetti: das Auditorium fünfzehnmal zum Lachen zu bringen. Um es gleich vorwegzunehmen, das ist ihr geglückt. Sei es durch die legendäre Bübübündnerfleischattacke von Alt-Bundesrat Rudolf Merz, durch Einblick in ein Lach-Yoga-Seminar oder mit entsprechenden Übungen im Saal. Unvergesslich bleibt eine mutige Cristina Galfetti mit aufgesetzter roter Clownnase als Hommage an die Clowndocters – ein historischer Moment, den der anwesende Fotograf fast verpasst hätte.

Zwischen entspannendem Lachen waren medizinische Erkenntnisse charmant eingeflochten. Etwa, dass allein durch Lachen unzählige Muskeln bewegt  werden, also eigentlich Fitness betrieben wird.


Reisen nach Transplantation

Eine weitere Sehnsucht der Reiselustigen sprach Uyen Huynh-Do, Professorin der Nephrologie am Inselspital, an. Ungefähr nach dem ersten Jahr nach der Transplantation dürfen wieder Reisen, auch weite Reisen, ins Auge gefasst werden.

Doch gelten für Transplantierte zusätzliche Sicherheitsmassnahmen. So rät Huynh-Do mindestens drei Monate vor einer Reise zu einer Abklärung mit dem Arzt. Entscheidend ist das Reisegebiet, da je nach den dort vorherrschenden Verhältnissen Impfungen und weitere Massnahen zu beachten sind. Auch auf Versicherungen und allfällige Repatriierungsmöglichkeiten muss geachtet werden.
Bei Zeitverschiebungen lässt die Professorin eine gewisse Toleranz beim Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme zu: so ist es sicherer, sich der Lokalzeit anzupassen als mit komplizierten Zeitumrechnungen Fehler zu riskieren. Sinnvoll ist sicher ein Reisetagebuch, damit man bei mögliche Fragen gut dokumentiert ist. Zentral ist die Mitnahme der richtigen Medikamente und dass diese für die Zollbehörden dokumentiert und deklariert sind. Dies und weitere medizinische Unterlagen liegen sinnvollerweise in Englisch vor.  Bewährte Schmerzmittel, Mückenschutz, Sonnenschutzmittel und Mittel gegen Durchfall sind wichtig. Risikofaktor sind die beliebten Buffets, wo Gefahren in Saucen oder Salaten lauern können. „Boil-it, peel-it or forget it!“, so die Überlebensweisheit der Vielreisenden (Koch es ab, schäl es oder vergiss es!).

Als zusätzliche Auskunft, aber nicht als Ersatz einer vorgängigen Abklärung können diese Internetadressen weiterhelfen: eda.admin.ch, swisstph.ch, safetravel.ch.

 

Danke

Ein langer, reich gefüllter Symposiumtag ist vorbei. Neben der beeindruckenden Menge an medizinischen Inhalten, bewegenden Themen, Input und Tipps für den Alltag empfand ich es als überaus bereichernd, so viele begeisterte und begeisternde Referierende zu erleben und auf die ausgezeichnete Organisation zählen zu dürfen.