Wie von Geisterhand fügen sich all die offenen Fäden zu einem Strang zusammen. Noch sassen mein Bruder und ich beim Psychiater, der die mentale Seite des Eingriffs klären soll, dann beim Chirurgen und plötzlich steht das Operationsdatum fest und die Vorbereitungen kommen in die Schlussphase. Ein paar Wochen noch und ich kann meinen zweiten Geburtstag feiern! Doch ich mache mir nichts vor: es werden lange Monate von Unsicherheit und Kontrollen folgen. Im Moment bin ich einfach nur allen dankbar, die die Transplantation möglich machen.  Allen voran meinem Bruder, der nach einer anspruchsvollen Lebensphase zur Organspende bereit ist, und Rosmarie, die mich begleitet. Und dem Ärzte-Team  und den unzähligen helfenden Händen im Lindenhof und in der Insel, die Hoffnung generieren und „es“ möglich machen.


Dann sitze ich wieder vor meinem Cycler, schaue der Anzeige zu wie sie den Auslauf hochzählt, umschaltet, den Einlauf berechnet, verweilt. Es wird mir seltsam zu Mute sein, ohne Maschine und Schlauch zu schlafen.  Irgendwie war es ja schon heile Welt: die Maschine spulte ein vorhersehbares Programm ab, lieferte (meistens) vorhersehbare Resultate ab, die Werte waren stabil.

Jetzt, nach 500 Dialysebehandlungen beginnt etwas neues, fremdes, aber etwas das Lebern und Freiheit verspricht.