Heute, zum Auftakt der Immunadsorption, wurde mir ein Katheter eingelegt, der eine spezielle Blutwäsche zulässt, die eine Organtransplantation bei unterschiedlichen Blutgruppen erst möglich macht.

Also, einmal mehr fährt mich Rosmarie in die Insel und schon pilgere ich durch endlose Korridore – roter Klinker - zum ZAWR, dem zentralen Aufwachraum, wo der Eingriff stattfinden wird.

Dann stand ich doch ziemlich verblüfft mitten in einer Hightechwelt, eine „Turnhalle“ vollgestopft mit Geräten, die jedes Elektronikherz hüpfen lassen. Die Prozedur nahm ihren Lauf, ich lag im hübschen Nachthemd und schaute interessiert dem Team zu. Überhaupt gab es immer irgendwo Betrieb, ein Kommen und Gehen wie im Bahnhof: Sanität rein, Bett raus, ein neuer Patient wird in an eine Andockstation geschoben,  ein Techniker schraubt Geräte zusammen, Sanität wieder raus. Hier leuchtet ein Monitor blau und klingelt dazu diskret, dort ruft ein Alarm, der quittiert werden will. Unter den Medikamenten dämmere ich weg und habe ein entspanntes Raumschiff-Enterprise-Feeling.
Aus weiter Ferne dringen vertraute Glockenklänge in mein Bewusstsein.  Ach so, meine neunmalkluge App, die mich an die nächste Medikamenteneinnahme erinnert. Ist gerade etwas ungünstig. Dumm ist auch, dass mein Handy im Rucksack steckt und der ist ausser Reichweite und überhaupt bin ich verkabelt wie ein Cyborg.

Schon steht der Arzt neben dem Bett und wundert sich was denn da klingelt. Ob einer seiner Monitore kreativ geworden ist? Mit einem Grinsen stellt er meinen Handywecker aus, und dann ist endlich Ruhe.

Und jetzt bin ich wieder zuhause und habe eine steifen Hals und überlege, ob ich im Besenschrank übernachten soll.