Und schon ist wieder ein Tag vorbei. Heute musste Peter zur ersten Blutanpassung - und ich glaube er hat jetzt schon alle Schwestern mit seiner charmanten Art bezirzt. Als ich Peter heute nach der ersten Blutwäsche in der Insel abholen konnte, empfing er mich aufgestellt. Man sah ihm die Strapazen an, auf seinen Lippen lag aber ein Lächeln. Es sprudelte nur so aus ihm heraus. Die vielen Knöpfe und die Technik müssen ihn beeindruckt haben - oder war es die nette Crew in der Nephrologie?

Da eine solche Blutanpassung nicht jeden Tag geschieht, ist es schon so, dass sich das ganze Team dafür interessiert. Peter wird bis und mit Sonntag jeden Tag an diese Blutwäsche angehängt und ich hoffe, dass er vom Katheter am Hals keinen Muskelkater bekommen wird. Und dann wird er am 30.4. eintreten - antraben müssen - auch Andy wird mit Sack und Pack in die Insel eintreten, und wenn Göttinnen und Götter wollen, wird am 1. Mai die Operation stattfinden. Ich bin so froh, dass Andy und Peter so motiviert sind und ich bin so froh, dass die beiden sich so gut verstehen. Ich kann sie unterstützen, indem ich einfach da bin - machen kann ich nicht viel, ausser Peter in die Insel bringen und wieder holen, den Alltag bewältigen und die vielen Kleinigkeiten erledigen. Alles andere muss ich Peter und Andy, aber auch den Ärzten überlassen.

Ich gewöhne mich langsam an die unterschiedlichen Klingeltöne im Haus, an die vielen Medikamentenkisten. Manchmal schrecke ich mitten in der Nacht hoch und will Peter sagen, dass er noch ein Medi nehmen muss, dabei hat er dies so gut im Griff. Jetzt in den letzten Tagen vor der Operation will man nichts falsch machen und auch nichts riskieren.