Ein hochemotionaler Tag neigt sich dem Ende entgegen. Andy und Peter sind gut umsorgt im Inselspital, während ich die Festung hier unten in der Matte halte - aber der Reihe nach.

Nachdem das erste SMS von Andy um 05.19 und das zweite SMS von Peter eine Stunde später eintraf, war an schlafen nicht mehr zu denken. Wir wünschten uns alle alles Gute und so verlief den der Tag bei jedem etwas anders. Während ich versuchte nicht durch die Wohnung zu tigern, war Andy bereits unter dem Messer. So entschied ich mich in die Insel zu marschieren. Ich kam gerade rechtzeitig als Andy in den Aufwachraum im H verlegt wurde. Kaum sah er mich, schien er schon sehr wach. Also Eisbären sah er keine, er erkannte mich sofort! So plauderten wir denn auch fast zwei Stunden und als ich auf die Uhr sah, dachte ich, dass Peter nun auch schon bald in die Aufwachstation kommen müsste. Ich fragte eine nette Pflegefachfrau. Sie meinte nur" Ach Herr Maibach ist gerade eben angekommen" - So eilte ich in den nächsten Raum zu Peter. Ich spürte unendliche Erleichterung und Dankbarkeit. Das erste was er sagte:"Die Niere hat ihren Betrieb aufgenommen". So schlenderte ich einige Minuten später zu Andy und überbrachte ihm die Nachricht. Er sag mich freudestrahlend an:"Gute Niere, gell", meinte er schelmisch und ein strahlendes Lächeln huschte über sein Gesicht. So verbrachte ich dann die nächsten drei Stunden damit zwischen den beiden Räumen hin und her zu pendeln, wie früher, ohne Handy und SMS - die Nachrichten wurden persönlich überbracht. Ich konnte beiden manches Lächeln entlocken.

Nun Andy konnte heute Abend bereits in sein Zimmer zurück und freute sich auf sein erstes Essen nach der OP - Spargeln ... Peter hingegen wird noch einen Tag auf der Intensiv bleiben, damit er optimal überwacht werden kann.

Und als ich aus dem Inselspital nach Haus marschieren wollte, begann es zu regnen und so entschloss ich mich mit dem Bus zu fahren. Irgendwie schien mir alles so fremd, so fern, die Menschen im Tram, in den Lauben - so unwirklich. Nun bin dankbar, erschöpft und sehr müde.

Vielen herzlichen Dank, die mit uns mit gefiebert, uns Energien geschickt haben, an uns gedacht haben, all diese guten Gedanken tragen dazu bei, dass wir nun auf dem Weg der Genesung und auch in einen neuen Lebensabschnitt finden werden.

Wir sind Andy unendlich dankbar für alles - nun kann die Arbeit beginnen!

Herzlichen Dank auch dem ganzen Inselteam - denn es waren so viele Menschen an dieser Transplantation beteiligt, ohne diese wäre alles auch nicht möglich gewesen.