Ein paar Worte vom Abteilungsarzt und die Welt dreht sich schneller: „Fühlen Sie sich bereit, bereits heute nach Hause zu gehen?“ Ja klar, noch so gerne! Die obligatorischen Kontrollroutinen haben sich mit der laufenden Verbesserung des Gesamtzustandes vereinfacht, und die kann ich auch zu Hause selbst erledigen!

Dann ist es soweit, die letzten Messungen, die Katheter werden gezogen, ich kann wieder eigene Kleider anziehen, das Austrittsgespräch fliegt vorbei und schon sitze ich auf dem Bänkli vor der Insel. Zur Belohnung habe ich mir eine kleine Magnumglace spendiert. Rosmarie hat inzwischen Andy heimchauffiert, später werden wir wieder zusammentreffen und  gemeinsam Abendessen – in der Matte diesmal.

Und jetzt tigere ich durch die Wohnung, wie wenn ich ein Jahr fort gewesen wäre. An Schlaf ist nicht zu denken, kaum schliesse ich die Augen, geht das Spitalkino los. Ich räume Sachen auf, erledige unnötigerweise hundert Pendenzen gleichzeitig und bin überhaupt ziemlich ab der Rolle. Dann lege ich mich wieder hin, nicht mehr an eine Maschine angebunden, es so unheimlich ruhig.

Meine Gedanken richten sich nach den  vielen Leuten, die an unserer Reise teilnehmen und deren zahlreiche Nachfragen und guten Wünsche Rosmarie jeden Abend ins Spital brachte und Andy und mir einen Blick auf das normale Leben draussen ermöglichten.

Und dann kommt mir in den Sinn, dass ich Morgen um acht bereits wieder in der Insel sein muss zur Kontrolle. Und ich schiesse auf und muss plötzlich nochmals tausend Sachen erledigen.