Morgen also soll das normale Leben wieder losgehen – oder wenigstens das, was davon übrigbleibt. Nach der gespenstischen Ruhe draussen und der Hektik drinnen will das soziale Leben wieder schrittweise ins Rampenlicht treten.

Ebenso tun es die selbsternannten Besserwisser und Besserwisserinnen, die jetzt unter den Steinen hervorkriechen und schon wüssten, wie man es besser gemacht hätte, hätte man sie bloss gefragt. Hat man aber nicht, glücklicherweise. Ich vertraue da lieber auf die Experten, die uns durch die heiklen Wochen geführt haben. Kommentartrolle im Internet, Schreihälse und Trittbrettfahrer gehören sicher nicht dazu.

Der Alltag hat uns wieder. Es gilt jetzt, ein Gleichgewicht zwischen Gesundheitsschutz und wirtschaftlichen Aufholen zu finden. Ich bin gespannt, wer klug zu agieren versteht.

Lassen wir doch noch ein paar Momente die positiven Erlebnisse an Solidarität, Rücksichtnahme, selbstlosen Einsätzen, kreativen Lösungen nachklingen, bevor das «Leben B» uns wieder vereinnahmt. Vergessen wir die Ängste vor Ereignissen, die nicht eingetreten sind.

Und dann, sobald alles etwas weniger toxisch ist, können wir uns vorbereiten auf die nächste Krise. Nicht ausschliesslich mit Klopapier und Büchsenravioli, sondern auch mit einem Notvorrat an Vernunft und Toleranz.